Herkunft und Anbau
Orangen sind genauso bekannt wie auch beliebt. Doch nur wenige Leute haben sich über deren Herkunft Gedanken gemacht. Auch die Namensgebung ist teilweise nicht ganz eindeutig. Heißt es nun Orange oder Apfelsine? Dem und vielen anderen Dingen wird nachfolgend auf den Grund gegangen.
Orange oder Apfelsine?
Generell bezeichnen beide Namen dieselbe Frucht. Der Name Apfelsine ist in Nord- und Ostdeutschland besonders gebräuchlich, während in südlicheren Regionen der Name Orange bevorzugt verwendet wird. Jeder der beiden Namen hat seinen eigenen Ursprung und tiefere Wurzeln als vielleicht auf den ersten Blick vermutet.
Der Name Orange leitet sich aus verschiedenen Sprachen ab. Die bekanntesten Worte sind hier sicherlich „naranja“ aus dem Spanischen und „narandsch“ aus dem Arabischen. Im Laufe der Zeit wurde das n in anderen Sprachen durch andere Konsonanten ersetzt, wie z. B. im Portugiesischen „laranja“. Irgendwann entstand schließlich der Name „Orange“.
Aber auch der Name Apfelsine hat seine Wurzeln an einem fernen Ort. Eigentlich müsste es Apfel-Sine heißen, denn das bedeutet nichts anderes als „chinesischer Apfel“. Das Ganze wurde abgeleitet von dem Wort Sinaasapfel, Apfel aus China. Der Name Apfelsine wird immer weniger verwendet. Die Orange hat sich im Laufe der Jahre immer mehr durchgesetzt.
Herkunft der Orange
Ursprünglich stammt die Orange aus China oder Südostasien. Dort entstand die Frucht aus einer Kreuzung aus Mandarine und Pampelmuse. Auch eine weitere Orangenart entstand aus der gleichen Kreuzung, die Bitterorange. Diese wird allerdings gänzlich anders verwendet als die allgemein bekannte Orange. Schale und Saft der Bitterorange bilden die geschmackliche Basis des Curacao. Aus den Schalen wird Orangeat hergestellt. Gleichzeitig bilden sie die Grundlage für die bekannte englische Bitter Orange Marmalade. Es heißt, dass die Bitterorange ihren Siegesfeldzug über Europa bereits im 11. Jahrhundert in Italien begann. Die süße Orange folgte ihr erst im 15. Jahrhundert. Nachdem Vasco da Gama den Seeweg nach Indien entdeckt hatte, gelangten wesentlich bessere Sorten der Orange nach Europa. Zuerst wurden sie ausschließlich in Portugal angebaut. Doch inzwischen hat sie sich längst zur am meisten angebauten Zitrusfrucht der Welt entwickelt. Orangenbäume werden auf großen Plantagen angebaut. Besonders große Gebiete umfassen die Orangenplantagen in Brasilien. Dort mussten die Küstenregenwälder den großen Plantagen weichen. Leider hat die arme Bevölkerung keine Vorteile durch die Ansiedelung dieser großen Orangenplantagen erhalten. Die Früchte müssen mühselig per Hand gepflückt werden. Damit ein Pflücker in Brasilien den Tageslohn von etwa 10 Euro verdient, muss er es schaffen, im Akkord ganze zwei Tonnen Orangen zu pflücken. Außerdem muss er sie in Kisten verpacken und bis zur Verladestelle transportieren. Da solche Mengen in den seltensten Fällen zu schaffen sind, müssen die Arbeiter trotz der schweren Arbeit meist mit einem noch geringeren Tageslohn nach Hause gehen. Brasilien hat den Orangenanbau fast komplett auf den Export ausgerichtet. Allerdings werden selten die ganzen Orangen exportiert. In den meisten Fällen handelt es sich um Orangensaftkonzentrat. Dadurch werden hohe Transportkosten etwas reduziert. Hier in Deutschland ist der Orangensaft in den letzten Jahren dabei, dem Apfelsaft seinen Spitzenplatz abzulaufen. Ganze Europa liebt dieses Getränk. Die Importzahlen belegen dies eindrucksvoll. Jedes Jahr werden 650.000 Tonnen Orangensaft nach Europa importiert. Unumstrittener Spitzenreiter ist die Bundesrepublik Deutschland. Bei uns gehört der Orangensaft schon früh mit auf den Frühstückstisch, und auch tagsüber liefert er eine gesunde Erfrischung.
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