Fertig gekauft

Orangensaft ist immer ein besonderes Geschmackserlebnis. Dabei haben sowohl frisch gepresster Orangensaft als auch fertiger Saft aus Flasche oder Tetrapack ihre Vorzüge. Wer es ein wenig eilig hat und sich die Mühe nicht machen möchte, seinen Orangensaft selbst zu pressen, greift dann doch eher schnell mal zum fertigen Saft. Dieser muss nicht weniger gut schmecken als der selbst gepresste. Aber es gibt durchaus große Qualitätsunterschiede der angebotenen Produkte.

Orangensaft, Orangennektar oder Orangenfruchtsaftgetränk?

Obwohl es sich auf den ersten Blick um dasselbe Getränk handelt, gibt es doch erhebliche Unterschiede zwischen Orangensaft, Orangennektar und Orangenfruchtsaftgetränk. Die genauen Definitionen sind in der geltenden Fruchtsaftverordnung festgelegt.
Nur wenn ein Orangengetränk zu 100% aus dem Fruchtsaft und dem Fruchtfleisch der Orange besteht, darf es als Orangensaft bezeichnet werden.
Ein Orangenfruchtsaftgetränk muss mindestens 6% reinen Orangensaft enthalten. Der Rest besteht aus Wasser, Zucker und diversen Lebensmittelzusatzstoffen.
Ein Orangennektar muss immerhin noch einen Orangensaftgehalt von 50% vorweisen können, um als Orangennektar zu gelten. Allerdings ist es laut Fruchtsaftverordnung gestattet, dem Getränkt bis zu 20% Zucker zuzusetzen. Außerdem ist es erlaubt, Konservierungs- und Aromastoffe beizumischen.

Für die Verbraucher sind diese unterschiedlichen Bezeichnungen oftmals irreführend, weil sich kaum jemand mit den korrekten Definitionen der einzelnen Begriffe auseinandersetzt. Alle drei Formen sind in gewisser Hinsicht als Saft zu betrachten. Allerdings sind Orangensaft, Orangennektar und Orangenfruchtsaftgetränk von extrem unterschiedlicher Qualität. Beim Kauf ist unbedingt darauf zu achten, dass es sich tatsächlich um einen Orangensaft handelt, denn nur so kann man sicher gehen, ein qualitativ hochwertiges und auch gesundes, zuckerfreies Getränk zu sich zu nehmen.

Herstellung von Orangensaft

Orangensaft wird meist aus Orangensaftkonzentrat hergestellt. Als weltgrößter Exporteur von Orangensaftkonzentrat gilt Brasilien. Größter Abnehmer ist Europa mit Deutschland an der Spitze. Das beweist wieder einmal mehr, wie beliebt der Orangensaft in den letzten Jahren bei uns geworden ist. Brasilien exportiert jährlich 1,25 Millionen Tonnen Orangensaftkonzentrat. Die Früchte werden in Brasilien gepresst. Fruchtfleisch, Aromen und Saft werden voneinander getrennt. Damit Transportkosten und Volumen eingespart werden können, wird dem Saft das fruchteigene Wasser fast vollständig entzogen. Das Orangensaftkonzentrat gelangt tiefgefroren zu uns. International ist es bekannt als „Frozen Concentrated Orange Juice“ FCOJ. Nach dem Auftauen wird dem Fruchtsaftkonzentrat wieder Wasser zugefügt, um das Konzentrat zu verdünnen. Dem Konzentrat dürfen keinerlei Farb- oder Konservierungsstoffe zugegeben werden. Allerdings ist es erlaubt, maximal 15g Zucker zuzusetzen. Diese Regelung gilt in Europa auch nur, wenn die Früchte einen Mangel an eigenem Fruchtzucker aufweisen. Dies ist möglich, wenn die Witterungsverhältnisse nicht optimal waren.
Eine weitere Möglichkeit der Herstellung von Orangensaft ist die Herstellung als Direktsaft. Hierbei werden die Säfte unmittelbar nach der Pressung abgefüllt. Der Schritt der Konzentration entfällt völlig.

Direktsäfte unterscheiden sich von Orangensäften aus Konzentrat vor allem aber im Preis. Sie sind meist zu wesentlich höheren Preisen erhältlich.

Fazit: Beim Kauf von fertigen Orangensäften ist unbedingt zu beachten, dass es sich auch tatsächlich um einen Orangensaft handelt und nicht etwa um einen Orangennektar oder ein Orangenfruchtsaftgetränk. Wenn ein Fruchtsaftgehalt von 100% ausgewiesen wird, handelt es sich mit Sicherheit um einen Orangensaft. Als schnelle Alternative zum Frischgepressten ist ein fertiger Orangensaft gut geeignet.

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